Kontrollsystem gegen Computerspiele-Konsum

In China gibt es ein staatliches Kontrollsystem, das erreichen soll, dass Jugendliche weniger Zeit mit dem Spielen von Online-Spielen verbringen und so einer Sucht vorbeugen. Die Zahl der Spieler ist seit dem vergangenen Jahr um sieben Prozent gesunken, schreibt der Deutsche Blog. Die tägliche Spieldauer ist auf drei Stunden begrenzt, bevor Punkteabzüge drohen.

“Wenn der jugendliche Spieler die maximale Spielzeit überschreitet, droht ihm die Halbierung seiner erspielten Punkte. Wer länger als fünf Stunden pro Tag spielt, verliert alle Punkte.”

Um in China online spielen zu dürfen, muss man sich mit seinem Name und der Personalausweisnummer registrieren lassen.

Als Basis für die umgesetzte Spiele-Kontrolle könnte Chinas “Great Firewall” dienen, die es den Chinesen zum Beispiel gar nicht ermöglicht, der Regierung unliebsame Inhalte aufzurufen. China hat eines der am besten ausgebauten Zensursysteme für das Internet, das in letzter Zeit aber zunehmend zu bröckeln droht.

Auch in Deutschland umsetzbar?

Theoretisch wäre ein vergleichbares System zur Überwachung der Online-Spielzeit auch in Deutschland leicht über zentralisierte Anmeldesysteme umsetzbar.Die von Valve genutzte Steam-Plattform stellt das am meisten genutzte Anmeldesystem für Online-Spiele dar. Gemeinsam mit den Anmeldedaten verwaltet sie auch die gekauften Spiele und dazugehörigen Lizenzen. Um Systeme wie Steam zu einem Zensurapparat umzufunktionieren, bräuchte man nur noch eine Nutzerverifikation, die in China derzeit über die Personalausweisnummer umgesetzt wird.

Dass ein ähnliches System für und in Deutschland vorgeschlagen wird, ist denkbar. Unsere Bundesregierung hat bereits die Internet Service Provider zu funktionierenden Sammelstellen für die Vorratsdatenspeicherung umfunktioniert, warum auch nicht populäre Plattformen wie Steam?

Warum die Blase 2.0 nur langsam platzen wird

Geschichte wiederholt sich nicht, Wirtschaftskrisen aber schon. Alle wollen daraus gelernt haben, so wirklich hat es aber keiner.

Deswegen kopieren seit eh und jeh die Betreiber diverser “Sozialnetzwerke” einander – was bei dem einen Funktioniert, das wird es bei mir auch tun. Und so bildeten und bilden sich sich beispielsweise immer noch Kopien von YouTube, angefangen beim Suchmaschinenbetreiber, über das Parallelangebot des privaten Fernsehsenders hinweg zum E-Mail-Anbieter. Unter all diesen finden sich Plattformen, auf denen Nutzer Videos hochladen, anschauen und kommentieren können.

Was mit Videos geht, das geht auch mit klassischen Sozialnetzwerken: Was mal in den USA als Steckbrief begann und sich mit anderen verknüpfen ließ, schwappte als Verzeichnisdienst für Schüler und Studenten erfolgreich in Deutschland ein. Dann kamen noch mehr von diesen Diensten, irgendwo wollten sie etwas besonderes sein, die einen dienten als Freundenetzwerk, andere waren auf eine Region begrenzt und wieder andere dienten als Kuppelplattform.

Und der Zustand hält bis heute an.

Das Problem: Diejenigen, die auch nach fleißigen AGB-Änderungen, Einschränkungen oder Weitergabe ihrer persönlichen Angaben an ihrem auserkorenen Sozialnetzwerk festhalten, wechseln so schnell nicht in ein anderes. Sie sind eingesessen, wie man so schön sagt. Jemand hat eine E-Mail-Konto bei Web.de – und verlässt den Anbieter trotz des geringen Speicherplatzes von 12 MiB nicht – schließlich hat jeder die Adresse beispielname@web.de, man will ja keine Nachrichten verpassen oder aufwendig allen seine neue Adresse mitteilen.

Genauso ist es irgendwann bei den Sozialnetzwerken. Das eine wird eben von mehr Freunden genutzt, man hält nur hier sein Profil auf dem aktuellsten Stand und vielleicht auch den ein oder anderen kennen gelernt – wenn man in anderen Netzwerken angemeldet ist, vernachlässigt man die schon bald. Es ist also keine Seltenheit – und die Betreiber wissen das – dass sich in einem Sozialnetzwerk zahlreiche Karteileichen und Passive tummeln. Vielleicht schauen sie alle paar Monate mal rein, ob es nicht doch etwas Neues gibt – dann ziehen sie wieder ab.

Das Web 2.0 ist gesättigt von so vielen Angeboten, die im Prinzip das immer gleiche Angebot haben. Meistens ein Videodienst, ein Freundenetzwerk mit Steckbriefen oder einfach nur ein E-Mail-Anbieter – die Nutzer setzen sich irgendwann fest oder lassen sich gar nicht mehr zum Wechsel zu anderen Diensten überreden.

Das Web 2.0 bietet so viele Möglichkeiten, ist in seinem Inneren aber zu einem starren Gebilde verholzt, in dem sich nichts mehr entwickeln kann.

Nur eine frische Idee kann frischen Wind in das Web 2.0 bringen – aktuellstes und inzwischen milliardenschweres Angebot ist der Microbloggingdienst Twitter.

Sollte das Gerücht von der Sättigung an Sozialnetzwerken irgendwann auch zum letzten Betreiber oder Möchtegern-Betreiber durchgedrungen sein, und dieses Marktsegment unattraktiv werden, wird die Blase 2.0 nur langsam platzen: die eingesessenen Nutzer bleiben bei ihren favorisierten Diensten, solange diese nicht von selbst zerfallen oder von den Größeren aufgefressen werden. Schon bald werden sich neue Trends zeigen, die Nachahmung finden werden. Wirtschaftskrisen wiederholen sich.

Mehr Verbote braucht das Land: Killerspiele

Nach dem Massaker in Winnenden nutzen einige (aber nicht mehr so viele wie früher) Politiker die traurige Ungunst dieser Tage und fordern – wer hätt’s gedacht – ein Verbot der “Killerspiele”.

Computerspiele töten. Eine Tatsache, von der auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer überzeugt ist. Kaum bietet sich ihm die Gelegenheit, betreibt der Frontmann einer unflexiblen Partei eine Anti-Irgendwas-Kampagne, oder frei nach politisch Linken: Gegen Alles und Jeden, das wäre wohl die Steigerung.

Auf den Computern der Amokläufer der vergangenen Jahre fanden sich immer wieder Titel aus dem Mainstream:

  • Counter-Strike
  • Doom
  • Tactical Ops

Man schließt vom besitz dieser Spiele auf potenziell gefährliches Verhalten für die Mitmenschen.

Es gab nur einen Fall, in dem man einen direkten Bezug zwischen einem Amoklauf und einem Computerspiel herstellen kann. Am 20. April 1999 stürmten zwei Schüler die Columbine Highschool in Jefferson Country. In den Tagebüchern war zu lesen: “Es wird wie Doom sein”.

Die fehlende Sicht über den Horizont (und selbiger scheint sehr niedrig angelegt), führt dazu, dass viele folgende Ursachen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erst zum Auslöser der Schreckenstaten geführt haben, außer Acht lassen:

  • alle Täter der vergangenen Amokläufe waren psychisch labil
  • sie waren Außenseiter
  • sie grenzten sie lange vor der Tag von ihrem Umfeld ab und beendeten Freundschaften

Nach den Auffassungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter haben die Amokläufer der vergangenen Jahre in ihrer Freizeit exzessiv Ego-Shooter gespielt. Im Umkehrschluss soll das also heißen:

Jeder der regelmäßig und ausdauernd Ego-Shooter spielt, ist potenziell gefährdet, einen Attentat zu verüben.

Das müsste demnach auch für professionelle Spieler gelten, die täglich mehrere Stunden damit verbringen, zu trainieren und ihre virtuellen “Schandtaten” sogar planen und ihre Erfolge in öffentlichen Listen aufzeigen.

Bei fast allen Titeln des betroffenen Genres wurde der Jugendschutz verschärft. Neuere Titel sind nur noch ab 18 Jahren erhältlich, Kinder sollten sie eigentlich nicht bekommen. Eigentlich. In der Spieler-Szene sind jüngere Mitspieler eine Selbstverständlichkeit. Spricht man sie an, heißt es, man habe das Spiel selbst gekauft, bei der Bestellung im Internet ein höheres Alter angegeben oder es geschenkt bekommen.

Die Verschärfung des Jugendschutzes hat kaum etwas gebracht. Trotzdem wird von einigen an ihr und sogar einem Verbot der betroffenen Spiel festgehalten.

Fasst man die Wunschträume einiger Politiker und Volks“vertreter” als ernst auf, müssten die Verbote künftig auch weitere Bereiche ausgedehnt werden:

  • Spielzeugwaffen: sind für Kinder (!) problemlos erhältlich, sie dürfen auf Personen zielen und lernen das Abdrücken; der Gegner fällt nicht tot um, die Hemmschwelle sinkt.
  • Soft-Air-Waffen: sind für Jugendliche erhältlich, Jüngere besorgen sie sich oft über ältere Bekannte oder bestellen unter Angabe falschen Alters im Internet. Schießt man auf Personen, fallen die üblicherweise nicht tot um, die Hemmschwelle…
  • Teilnahme in Schützenvereinen: Lehren den Umgang mit der Waffe.
  • Musik, die aggressive Stimmung verbreitet oder fördert oder Aggression propagiert, muss verboten werden.
  • Filme: Actionfilme müssen künftig verboten werden.

Es drohen unserer Gesellschaft auch:

Richtlinien zur Aufbewahrung von Gegenständen, die dazu geeignet sein können, andere Menschen zu verletzten, wie

  • Hilfsgegenständen in Küchen
  • Werkzeuge
  • Schwere Gegenstände
  • Sportausrüstungen

Zur Vorkehrung müssen ab 2019 in allen bundesdeutschen Wohnungen Kanten von Möbeln mit Schaumstoff gepolstert werden, 2021 folgt dann mit der Pflicht zum Schaumstoffboden der nächste Schritt zur Plüschwelt.