“Pendlerpauschale – ein Relikt aus vergangener Zeit” – Piraten diskutieren über Abschaffung und Alternativen

Auf einer Diskussionsseite der Piratenpartei Deutschlands wird allen Ernstes über die Abschaffung der Pendlerpauschale diskutiert. Die Diskussion ist nur eine von mehreren zum Thema, es gibt auch Alternativen, die eine gerechtere Regelung fordern.

Wie doch die Idee, die Pendlerpauschale komplett abzuschaffen ernst gemeint sein kann, erschließt sich mir überhaupt nicht. Es werden Gründe aufgeführt, die nur mit Ausnahmen zutreffen, aber keinesfalls auf die Allgemeinheit angewandt werden können.

“Die Pendlerpauschale führt […] zu einer Zersiedlung des ländlichen Raumes”

Dem ist heute gewiss nicht mehr so. Das Leben auf dem Land ist vor allem wegen der gestiegenen Fahrtkosten nicht mehr so attraktiv wie beispielsweise vor zehn oder 15 Jahren. Außerdem hat niemand darüber zu richten, ob es nun sinnig oder unsinnig ist, auf dem Land zu leben, das bleibt jedem selbst überlassen.

Home-Office: Arbeiten von zuhause aus

Diejenigen die es können, sind sicherlich glücklich, mal zuhause arbeiten zu können. Das ist jedoch weiterhin eine große Ausnahme. Als Webentwickler gehöre ich selbst zu denjenigen, die mal einen Tag von zuhause aus arbeiten können, dauernd ist das jedoch nicht möglich. Ein Tag in zwei Wochen ist relativ leicht möglich, viel mehr aber nicht.

Außerdem ist die Zahl der Bildschirmarbeiter nicht derart riesig, dass man die Idee “Home Office” pauschalisieren könnte.

Wir

“[…] betrachten […] es als Staatspflicht, dem Bürger ökologisch sinnvollere Modelle der Mobilität zur Verfügung zu stellen. Hierzu ist ein wichtiger Baustein der fahrscheinlose öffentliche Personennahverkehr.”

Die Idee von der hohen Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in großen Städten leicht zu realisieren und rentabel. Allerdings frage ich mich, wie die Idee vom Fahrscheinlosen realisiert werden soll. Durch die Verstaatlichung von Busgesellschaften? Wie sollen diese bezahlt werden?

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Keine gratis “Bild”-Zeitung, bitte

Für Menschen mit echten Problemen hat “Campact” einen kleinen Dienst eingerichtet, über den man den Axel-Springer-Verlag benachrichtigen kann, dass man keine Bild-Zeitung geschenkt haben möchte.

Aber vorweg: Die Bild-Zeitung wird im Juni 60 Jahre alt und der Axel-Springer-Verlag plant, am 23. Juni 2012 alle deutschen Haushalte kostenlos mit einem Exemplar zu beliefern. Geht man davon aus, dass derzeit ca. 12,5 Millionen Menschen die Bild lesen und in Deutschland etwa 40 Millionen Haushalte existieren, ist die Idee gar nicht schlecht: Die Chancen, dass neue Abonnenten hinzukommen, sind groß und bei einem Verkaufspreis von 30 Cent pro Blatt (die Produktionskosten fallen mit Sicherheit viel geringer aus) kann sich der Verlag das schon einmal erlauben.

Die Bild-Zeitung ist auch für ihre Berichterstattung bekannt, wofür sie häufig gerügt und kritisiert wird. Offiziell liest natürlich keiner die Bild, aber die Abo-Zahlen sprechen für sich.

Zurück zu Campact: Die Superdemokraten stellen ein Formular mit Adresseingabefeld und vorgefertigtem Text bereit, das von allen ausgefüllt werden kann, die um keinen Preis eine gratis Bild-Zeitung haben möchten.

Unbedacht daran: gibt ein Absender Sendungen mit Adresse in Auftrag, sind die Zusteller verpflichtet, die Sendung abzugeben. Egal, ob eine Sendung einen Namen enthält, oder nicht; das Verfahren kennt man von der Infopost, die auch diverse “Lotterien” gerne in Anspruch nehmen.

Ob man sich im Nachhinein über die vorweg gekündigte Gratis-Bild trotz Zustellung erfolgreich beschweren kann, ist fraglich. Ein paar Abmahn-Trolle werden aber sicherlich schon händereibend unter ihren Brücken sitzen und Pläne aushecken.

Wer sich jetzt bei Campact von der Gratis-Bild abmelden möchte, schickt seine komplette Adresse mit Name an den Axel-Springer-Verlag – damit der einen von der Aktion ausnehmen kann.

Ob die Gratis-Bild nun kommt oder nicht, ich freu mich drauf: ich habe immer zu wenig Zeitungspapier, das ich beim Putzen des Aquariums auf den Boden legen kann…

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales soll politische Prozesse in UK transparenter machen

Wie The Telegraph am Dienstag schrieb, beruft die britische Regierung Jimmy Wales als unbezahlten Berater. Er soll beratend zur Seite stehen, um Bürgern transparenten Zugang zu politischen Prozessen zu geben. Dabei geht es darum, zusammen mit der Verwaltung neue Techniken aufzubauen, um die Beteiligung der Bürger zu fördern und zu vereinfachen.