Für alles zu haben: Offenheit im Web

Dass man vorsichtig sein muss, was man über sich im Web veröffentlicht, weiß ein Jeder. Die Verführung ist groß, gerade in den heutigen Social Communities. Ein Amerikaner musste die Auswirkungen selbst erleben, die zu viele ungeschützte Informationen im Internet hervorrufen.

Israel Hyman aus Arizona hatte bei Twitter seine Kurzreise in den Nachbarstaat angekündigt. Bei der Rückkehr von der Reise die große Überraschung: Einbrecher hatten sich seines Hab und Gutes bemächtigt.

"Meine Frau sagt, das könnte Zufall sein, aber ich habe so einen Verdacht”

Gestohlen wurde seine Ausrüstung, die er für sein Angebot bei izzyvideo.com benötigt: Ein Mac Pro, zwei Bildschirme und ein Drucker. Sonstige Heimelektronik wurde verschont.

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Bewiesen ist nichts, doch der Verdacht liegt Nahe. Hyman könnte seinen Täter ganz einfach und kostenlos als einen seiner 2000 Follower über Twitter benachrichtigt haben.

Seinen Twitter-Account wird Hyman nicht aufgeben, so berichtet er auf seiner Webseite, aber in Zukunft vorsichtiger sein. Ebenso wird er vorerst weiterhin seine Bilder bei Flickr verlinken sowie Handynummer und IDs von AIM und Skype angeben.

Twitter: Erneut gehackt

Der Micro-Blogging Dienst Twitter ließ jüngst auf seiner Homepage verlauten, dass ein Sicherheitsproblem bestünde, Demnach solle sich erneut ein Außenstehender Zugriff zu den Administrations-Funktionen verschafft haben.

Bereits im Januar wurde der Blogging-Dienst kompromittiert. Dabei verwendete der 18-jährige Student, bekannt unter dem Pseudonym GMZ, ein selbstgeschriebenes Skript, dass sich über Twitter-Zugänge her machte. Per Wörterbuch-Attacke knackte er das Passwort des Benutzers "Crystal". Mehr durch Zufall hatte der Hacker dabei einen Account eines administrativen Mitarbeiters gehackt und konnte somit die Administrationsoberfläche sehen und sich Zugriff auf beliebige Twitter-Accounts verschaffen.

Dem jungen Mann wurde die Sache aber zu heiß und er ließ in verschiedenen Foren verkünden, auf Anfrage würde er die Benutzerdaten zuschicken. Somit wurden auch die Daten von Prominenten wie Präsidenten Barack Obama, Pop-Star Britney Spears und CNN-Sprecher Rick Sanchez, sowie weiteren 31 Benutzern im Web bekannt.

Im aktuellen Fall wurden laut Twitter in 10 Fällen Account-Daten, dessen E-Mail Adressen und falls angegeben die angegebenen Handynummern eingesehen. Die betroffenen Personen der Accounts wurden von Twitter bereits persönlich kontaktiert. Hierfür tauchten in mehreren Blogs "Beweisfotos" auf, auf denen sich Screenshots eines Browsers erkennen lassen, die das interne Admin-Interface zeigen.

Einigen Vermutungen zur Folge sie der unbefugte Zugriff mit Hilfe der Zugangsdaten von Twitter-Mitarbeiter Jason Goldman erfolgt. Dieser hatte jüngst bekannt gegeben, sein E-Mail-Account sei kompromittiert worden. Demnach könnte der Angreifer in den E-Mails das Passwort gefunden haben. laut Goldman hatte kein weiterer Zugriff auf Daten bestanden.

Aus vergangenen Sicherheitslücken hat man gelernt. So wurde klar, dass es technisch schwer ist, komplizierte Passwörter zu erzwingen. Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass man quasi beliebig oft probieren kann, ob ein Passwort stimmt, oder nicht. Dadurch können natürlich Programme in kürzester Zeit Unmengen an Benutzerdaten erschnüffeln.

IM aktuellen Fall kommt wieder einmal die Frage bezüglich der Sicherheit von E-Mail Accounts und deren Sicherheitsabfragen beim Zurücksetzen des Passworts auf, sollte sich herausstellen, dass sich der Angriff auf das Portal wie oben beschrieben tatsächlich zugetragen haben.

Zensur-Gesetz gebilligt

Der in den letzten Monaten aufgekommene Wunsch nach einem Gesetzt, um den Zugriff auf Webseiten mit kinderpornografischem Inhalt zu verbieten, wurde heute vom Bundeskabinett gebilligt.

Wie diverse Onlinemagazine bereits ausgiebig berichteten, soll eine Sperrliste geführt werden, die tagesaktuell an die gängisten Internetprovider in Deutschland übermittelt werden sollen. Die Provider selbst sollen dann mittels des DNS-Service die entsprechenden Seiten sperren, indem sie die Namen nicht mehr den IP-Adressen zuordnen. Die Seite wird dadurch unerreichbar – zumindest für den absoluten Laien. Jener hat aber die Möglichkeit ganz einfach diese Sperre zu umgehen. Entsprechende Videos und Tutorials sind im Netz bereits vermehrt verfügbar und der Laie braucht weniger als eine Minute, um die Methode dahinter zu verstehen.

Kinderporno-Seiten im Internet sollen zukünftig blockiert werden.

Kinderporno-Seiten im Internet sollen zukünftig blockiert werden.

Wollen Benutzer auf gesperrte Seiten zugreifen, werden sie mit einem Stopp-Symbol vor dessen Inhalt gewarnt.
Die Tatsache, dass Kinderpornografie im Netz nichts zu suchen hat, steht wohl außer Frage. Ob eine Sperrliste hierfür aber der rechte Weg ist, scheint fraglich zu sein. Kritiker bemängeln, dass einzig und allein das BKA diese Sperrliste nach gut Dünken verwalkten darf. Eine irrtümlich gesperrte Seite kann nur per gerichtlichem Beschluss wieder freigegeben werden.

Natürlich, und hier liegt das Problem, lassen sich nicht nur Kinderpornoseiten sperren. Sind weitere Inhalte nicht gewollt ist nur eine Anspassung der Sperrliste nötig, um entsprechende Inhalt auszublenden.

Freude am Stopp-Schild: Ursula von der Leyen und BKA Chef Jörg Ziercke

Freude am Stopp-Schild: Ursula von der Leyen und BKA Chef Jörg Ziercke

Auch wenn Familienministerin Ursular von der Leyen darauf pocht, dass “dringender Handlungsbedarf” besteht, so scheint es weiterhin eine Frage der Auslegung der Statistiken zu sein. So mag rein statistisch die Anzahl der Verbreitung von bristanten Bildern und Videos um 111 Prozent zugenommen haben, handelt es sich hier aber nicht, wie dargestellt, um die Menge der Verurteilungen, sondern um die Menge der Ermittlungsverfahren.
Dass gegen Kinderpornografie vorgegangen werden muss, steht fest. Die Frage ist dabei aber, warum es in Deutschland weiterhin bekannte Kinderpornogrfie-Server gibt, die auch noch in Betrieb sind. Bevor man irgendeine andere Aktion macht, gehören solche Server ausgeschaltet.
Desweiteren gibt es weitaus mehr Argumente gegen, als für eine Sperrliste.

Sie verbergen verbrecherischen Inhalt, statt diesen zu eliminieren. Weder Journalisten, noch Verbraucherschützer noch andere Organisationen haben Zugriff zu diesen Liste, da sie geheim bleiben müssen, um effektiv zu sein. Eine geheime Liste wird auf Dauer immer irgendwo auftauchen. Die skandinavischen Listen sind bereits im Umlauf. Und zu guter Letzt untergraben sie Bürgerrechte und üben Zensur.

Sei der Wunsch nach einem “sauberen” Internet auch so groß, so muss der Weg und die Möglichkeit dennoch beachtet werden. Auch wenn man es schafft, einen Weg zu sperren, oder zu blockieren, so wird es – gerade im Internet – auch weiterhin Möglichkeiten geben, verbrecherische Inhalte zu verteilen. Schlussendlich sollte man nicht das Ergebnis sperren, sondern die Ursache elimieren. Da “Konsumenten” immer Mittel und Wege finden werden, ihr Material zu sehen, sollte das Ziel eher drauf gelegt werden, die Produktion jenes Materials zu unterbinden, und nicht nur unter den Teppich kehren.

Wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” heute mitteilte, sollen mit dem Gesetzt bis zu 450.000 Zugriffe auf Kinderporno-Seiten verhindert werden. Im Vorfeld haben Deutsche Telekom, Vodafone/ Arcor, Alice, Kabel Deutschland und Telefonica O2 Verträge mit dem BKA unterzeichnet. Damit seien 75% des Marktes abgedeckt.