Eine Plakette auferlegt

Da will es eine Aneinanderreihung ungewöhnlicher Anlässe, dass ich diese Woche sowohl nach Freiburg (i. Br.) als auch nach Karlsruhe fahren muss und genau diese beiden Städte Umweltzonen eingerichtet haben – zwar nicht auf den hindurchführenden Bundesstraßen und allen Zubringern, dafür aber in den Städten selbst – und genau da will ich ja hin.

Deshalb bin ich heute fast 13 Kilometer gefahren, um mir die Feinstaub-Plakette zu holen, damit ich irgendwann einmal in Umweltzonen fahren darf.

Beim TÜV lag ein kleines Infoprospekt aus: ab diesem Jahr stellt der TÜV 220px-Feinstaubplakette_Gruppe_4_svgkeine  Plaketten mehr für die Abgasuntersuchung aus, die Abgasuntersuchung ist ab sofort Teil der Hauptuntersuchung und ihr Bestehen wird mit der runden Plakette auf dem hinteren Kennzeichen bestätigt. Die sechseckige Plakette soll verschwinden. Das beim Entfernen der alten AU-Plakette entstehende Loch wird mit einer “Reparaturplakette” verdeckt. Wie sie aussieht, erfahre ich im Februar.

Mir stellen sich jetzt mehrere Fragen:

  • Warum muss ich, nur um in zwei Städten fahren zu dürfen, erst 13 Kilometer fahren, um anschließend die Bestätigung zu haben, dass mein Auto einen geringen Feinstaubausstoß hat?
  • Welche Plakette man bekommt, wird anhand der Emissionsdaten entschieden, die der Fahrzeughersteller liefert – nicht anhand der tatsächlich ausgestoßenen Feinstäube.
  • Sollte das ganze Tamtam nicht der Umwelt zugute kommen?
  • Die in Freiburg und Karlsruhe eingerichteten Umweltzonen erlauben alle Fahrzeuge, die eine Plakette haben, egal welche Farbe sie haben – wozu dann überhaupt die Plakette? Wer keine bekommt und in der Zone wohnt oder dort arbeitet bekommt sowieso eine Ausnahmegenehmigung.
  • Warum kann man die Plakette nicht wie die inzwischen veraltete AU-Plakette im Kennzeichen anbringen und bekommt stattdessen einen farbigen Fleck auf die Windschutzschreibe geklebt?

Eine farbige Plakette am vorderen Kennzeichen halte ich für die bessere Lösung. Sie ist ja dann, genau wie die geklebte Plakette, ans amtliche Kennzeichen gebunden und bei jedem Fahrzeug an der gleichen Stelle zu finden.

Aber komplizierte Lösungen setzen sich besser durch.

Schlechte Verkaufszahlen: 100 Fahrzeuge in 8 Monaten

Böses Erwachen für BYD

Der chinesische Fahrzeughersteller BYD, der sich auf den Bau von Hybriden spezialisiert hat, konnte in den ersten acht Monaten seit Markteinführung nur 100 Modelle verkaufen.

Ursachen sind insbesondere das Land des Verkaufs, der hohe Preis und die fehlende Infrastruktur.
Der Preis von umgerechnet 20 000 Euro ist vielen Chinesen zu teuer und sie sind besorgt, dass die Versorgung mit Energie garantiert werden kann.

Über BYD

Der 1995 gegründete Autohersteller BYD (“Build Your Dreams”) hat seinen Hauptsitz in Shenzhen, Guandong in der VR China. BYD ist an der Hong Kong Stock Exchange gelistet.

Die Tochterfirma des Investors Warren Buffets MidAmerican Energy Holding hat 2008 Anteile von 10% an BYD erworben.

BYD beschäftigt etwa 60 000 Angestellte. Die Firma sieht sich als Marktführer in der Herstellung von Akkumulatoren.

Im Mai 2009 unterzeichneten der Volkswagenkonzern und BYD eine gemeinsame Erklärung mit der Absicht, eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Hybridfahrzeugen prüfen zu wollen.

Prius-Erfinder Toyota: “Die Zeit ist nicht reif für Elektroautos”

Während sich Nissan in die Entwicklung von Elektroautos stürzt und General Motors den Sprung ins Geschäft mit den Hybriden wagt, fragt man sich doch, was eigentlich mit dem Prius-Primus Toyota los ist. Wo bleibt der voll-elektrische Toyota?

Toyota Prius von S 400 HYBRID

Hybride von Toyota: der Prius (hier in Version III)
© für das Bild: “S 400 HYBRID”, Wikimedia)

Die Zeit ist noch nicht reif, meint man bei Toyota. So sagte man es auch dem NYT-Reporter Hiroko Tabuchi.

Warum man bei Toyota offensichtlich nicht wenigstens drei Jahre in die Zukunft schaut, ist unklar. Denn solange der Öko-Trend anhält und Interesse an ressourcenschonende Autos besteht, kann Toyota diesen Trend gewaltig verschlafen.

Das sind die Gründe, die Toyota laut Tabuchi vorschiebt, um einen verzögerten Einstieg zu rechtfertigen:

  • Toyota hat allein dieses Jahr 4,4 Milliarden US-Dollar Verlust eingefahren: zu viel, um jetzt Experimente mit Elektroautos zu beginnen
  • Elektroautos werden aller Voraussicht nach auch für die Käufer teuer
  • Die Batterien sind noch nicht geeignet
  • Toyota will nicht riskieren, durch schlechte Produkte das Image zu schädigen

Stattdessen setzt Toyota auf eine Alternative zur Alternative: Wasserstoff.

Vielleicht ist man bei Toyota so von der Idee überzeugt, dass man seine Energie deshalb nicht in die Entwicklung vollständig elektrisch betriebener Fahrzeuge stecken will – obwohl es beim Prius recht gut geklappt hat.

Ob Toyotas Entscheidung aber wirklich so klug war, darf man seit dem 19. August wieder in Frage stellen: die Bundesregierung gab da nämlich bekannt, die Entwicklung von Elektroautos mit 500 Millionen Euro fördern zu wollen, damit bis 2020 Elektrofahrzeuge die Straßen erblicken können. Ähnliche Pläne gibt es auch von der US-Regierung.