Der Papst Benedikt XVI beziehnungsweise der Erzbischof Angelo Becciu in Vertretung fordert das Satiremagazin Titanic über einen Rechtsanwalt auf, die Verbreitung der aktuellen Ausgabe zu unterlassen. Grund ist das aktuelle Titelbild, das den Papst mit erhobenen Armen und einem großen gelber Fleck auf der Soutane zeigt. Das Bild ist betitelt mit “Die undichte Stelle ist gefunden!”. Die Titanic reagierte damit auf die im Mai bekannt gewordene Maulwurf-Affäre um einen Diener des Papstes.
Der Papst beziekungsweise Becciu sehe die Persönlichkeitsrechte des Papstes verletzt.
Leo Fischer, Chefredakteur der Titanic, erklärt dazu:
“Benedikt muß uns mißverstanden haben [...] Der Titel zeigt [zeige] einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre [...] feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat [...]“
Man hofft auf ein persönliches Gespräch mit dem Papst. Laut Pressemitteilung ist es das erste Mal, dass der Papst gegen das Magazin vorgeht.

Bedenklich finde ich die vermutliche Strategie des Vatikans: http://mosereien.wordpress.com/2012/07/11/papst-benedikt-xvi-gegen-titanic/ – Denn es muß denen ja bewußt sein, daß sie damit das Titelbild erst bekannt machen. Deshalb vermute ich, daß es eher darum geht, grundsätzlich härter gegen Kirchenkritiker vorzugehen. Und die CSU springt schon auf den Zug auf. Peinlich.
Namentlich Thomas Goppel, der im Rahmen seiner CSU-Tätigkeit auch Sprecher der christsozialen Katholiken ist. Hier der Beitrag bei welt.de:
http://www.welt.de/newsticker/news3/article108255899/CSU-Politiker-Goppel-greift-Titanic-Chefredakteur-an.html
Es ist äußerst bedenklich, welchen Druck die Kirche plötzlich (wieder) ausüben kann. Und das, obwohl die Aktion der Titanic ganz eindeutig durch die Kunstfreiheit gedeckt sein müsste. Zudem ist der Papst eine Person der Öffentlichkeit, genau wie beispielsweise Angela Merkel – und sie ist ebenso eine der unfreiwilligen Hauptdarstellerinnen in der Titanic.
Satire will ist kein feucht-fröhlicher Humor, Satire ist per Definition eine “Spottschrift” und zeigt Missstände auf. Die katholische Kirche bekräftigt mit ihrem Vorgehen nur, dass es diese Missstände gibt.