Hass im Namen des Glaubens – “kreuz.net” wühlt auf


Ich bin durch einen Beitrag, der auf Facebook stilecht mit einem WTF unterlegt die Runde machte auf den Internetauftritt “kreuz.net” aufmerksam geworden. Anlass: Unter dem Titel “Eine Strafe Gottes” schrieben die Autoren nämlich

“[…] Bei einem satanischen Heavy-Metal-Festival im nordsächsischen Ortsteil Roitzschjora der 2.100-Seelen Gemeinde Löbnitz kam es in der Nacht auf den 2. Juli zu einem dramatischen Zwischenfall. Gott schickte einen Blitz, der 51 Besucher des Festivals verletzte, neun von ihnen schwer. Drei mußten von Rettungskräften reanimiert werden. Alle Opfer überlebten. Die Satanisten ließen sich von dem Zeichen Gottes nicht beeindrucken und führten die Veranstaltung weiter.”

Zitat von: http://kreuz.net/article.15487.html

Ich traue mich fast nicht, das zu schreiben, aber WTF?! Was sind das für Spinner, die Heavy Metal mit Satanismus gleichsetzen und sich am Beinahe-Tod von drei und den Verletzungen von 51 Personen derart herablassend ergötzen?


Ich nehme mir also 66 Sekunden Zeit und überfliege die Startseite von “kreuz.net”. Allein hier, einer Übersicht, die nur Textauszüge der Meldungen enthält, sticht immer wieder das Wort “Homo” ins Auge. Ich habe gezählt: elf mal ist das Wort auf der Startseite in verschiedenen Meldungen zu finden – und wie bereits erwähnt: das sind nur Anrisse der Texte, da sind die vollen Texte noch gar nicht inbegriffen. Suchen wir uns mal einen Text aus… wir wäre es… verdammt, da steht ja schon “Homo” in der Überschrift. Zu offensichtlich.

“kreuz.net” erweist sich schon nach einer schnellen Durchsicht (666 Sekunden) als exakt das, was die Süddeutsche beschreibt: ein von Homophoben, menschenverachtenden anonymen Autoren betriebenes Blog das im Namen der katholischen Kirche zudem Rassismus propagiert, den Holocaust leugnet und Hass gegen all das anstachelt, was mit dem Glauben der Verfasser – nicht unbedingt der Kirche! – nicht in Einklang steht.

Da verwundert es wenig, dass die Autoren bislang mehr oder weniger Anonym geblieben sind. Betrieben wird die Website unter Nennung einer Adresse in den USA, Andere wollen herausgefunden haben, dass diese noch nicht einmal existiert. Einige Beiträge wurden in der Vergangenheit unter Nennung der Namen bekannter Aktivisten veröffentlicht. Unter ihnen waren Martin Humer, Mitglieder von Pro Köln, Psychotherapeutin Christa Meves, ihres Zeichens “Deutschlands führende Homophobe”; sogar Artikel von Goebbels und Himmler wurden veröffentlicht.


Glücklicherweise hat “kreuz.net” mehrere ständige Gegenspieler, die Meldungen aufgreifen und zerlegen “kreuts.net”, “Kreuznetmythen” und “Watch kreuz.net”.