Facebook und Skype


Wie heute All Things Digital zu lesen ist, planen das soziale Netzwerk Facebook und der Voice-over-IP-Anbieter Skype eine tiefgehende Zusammenarbeit. Aus beiden Netzwerken könnte ein Supernetzwerk mit mehr als 1 Milliarde Nutzern werden.

image Kara Swisher, die für das Wall Street Journal bei All Things Digital bloggt, beruft sich auf Quellen, die “nah am Geschehen stünden”.

Binnen kurzer Zeit hat sich Facebook zu einem Online-Dienst entwickelt, der seinen Nutzern neben den Kernfunktionen eines sozialen Netzwerks wie Statusnachrichten, Nachrichtendiensten und Benutzerseiten auch Spiele anbietet und sie damit zum Zeitvertreib an sich bindet.

Facebook hat nach eigenen Angaben derzeit rund 500 Millionen Nutzer, Skype sogar 560 Millionen. Würden sich beide Dienste zusammenschließen, gäbe es über 1 Milliarde Nutzerkonten. Die Zahlen repräsentieren im Moment aber auch Nutzer, die beide Dienste nutzen.

Beim Zusammenschluss müssten Facebook-Nutzer angeben, welches Skype-Konto mit dem Facebook-Konto verknüpft werden soll x-oder umgekehrt. Wer vorrangig Facebook nutzt, soll von dem Vorhaben profitieren, indem er Telefonie und Videotelefonie über das soziale Netzwerk nutzen kann. Auch der SMS-Versand soll angeboten werden. Dieser ist bei Skype jedoch kostenpflichtig.

image Skype-Nutzer sollen in ihrer Kontaktliste auch die Facebook-Kontakte sehen können und wie gewohnt von der Software aus Nachrichten schreiben und mit den Teilnehmern telefonieren können.

Bereits mit der Skype-Version 5.0 sollen die neuen Funktionen in das VoIP-Programm Einzug halten. Eine Vorabversion soll schon in wenigen Wochen erhältlich sein.


Kritik

Problematisch am Zusammenschluss ist einerseits, dass künftig ein Anbieter die Daten von Milliarden Nutzern kennt – Kritiker sehen hier ein erhöhtes Risiko für den Schutz persönlicher Daten. Facebook nahm den Schutz persönlicher Daten in der Vergangenheit etwas locker und wurde mehrfach zurecht gewiesen.

Andere Probleme sehe ich bei der Verknüpfung vorhandener Konten bei den Diensten. Ähnlich wie bei der Übernahme von Youtube durch Google muss der Benutzer entscheiden, ob er ein Youtube-Konto (mit Sicherheit überwiegend privat genutzt) mit einem Google-Konto (oft geschäftlich genutzt) verknüpfen will.

Ähnlich wird das mit Skype und Facebook sein. Facebook als soziales Netzwerk wird beispielsweise von mir benutzt, um Freunden Nachrichten zu schicken oder mit ihnen zu chatten wohingegen Skype gerne mal als Sofortnachrichtendienst für Geschäftliches genutzt wird.


Werden Konten zusammen geschlossen, ist durch die Mitteilungsfreudigkeit Facebooks den vorwiegend privaten Kontakten klar, wen ich in meinen Skype-Kontakten habe – und natürlich umgekehrt. Das Supernetzwerk sollte hier auf jeden Fall eine Möglichkeit schaffen, das Bekanntgeben von Kontakten beim Verknüpfen zu unterbinden.


4 Gedanken zu „Facebook und Skype

  1. Wenn dem Benutzer selbst die Möglichkeit gelassen wird zu entscheiden, ob seine Kontakte verknüpft werden dürfen, dann ist das eine gute Sache. Andernfalls glaube ich, dass sich viele davon distanzieren werden, weil die unterschiedlichen Dienste teilweise privat und teilweise geschäftlich genutzt werden und nicht jeder möchte seine geschäftlichen Kontakte in seinem Facebookprofil wiederfinden.

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