Blick auf Microsoft Office 2010 Beta


clip_image001MSDN- und TechNet-Abonnenten haben seit fast einer Woche Zugang zu einer Vorabversion des neuen Office von Microsoft.

In Office 14, so die Versionsnummer nach Auslassung der 13, erklärt Microsoft die in Office 2007 teilweise eingeführte Ribbon-Oberfläche zum Standard. Die anfangs kritisierte Gestaltung der Programmoberflächen erwies sich insbesondere bei Einsteigern als willkommene Vereinfachung, hilft aber auch Fortgeschrittenen Anwendern, sich in der großen Bürosuite zurechtzufinden.

Dem neuen Office merkt man an, dass es auf der Version 12 basiert, allerdings setzt es Vieles mit klareren Linien um und greift mit dem Register „Datei“ sogar wieder einen Menüpunkt des klassischen Office auf.

Jener Punkt war zuvor zu einer gelb leuchtenden Perle geworden. Wer die ignorierte, konnte lange nach Dateioperationen wie „Speichern unter“ oder den Druckoptionen suchen.

Jetzt hat Microsoft den Menüpunkt wieder dahin bewegt, wo er früher lag, nämlich links oben unter die Titelleiste.

clip_image003

Der Menüpunkt „Datei“ wurde neben den Reitern für die Ribbons platziert.

clip_image005Links: „Datei“ wurde zu einer Kombination aus Karteireiter und riesigem Dialogfeld.

Innerhalb der Ribbons von Word, Excel und PowerPoint hat sich, das muss man zugeben, nur wenig verändert. Auffällig sind jedoch klarere Linien und eine bessere Einpassung in das Windows Aero-Design mit transparenten Fenstern. Auf besonders weit hervorstehende Buttons wurde verzichtet.

Word und Excel

In Word 2010 ist eine Navigationsleiste automatisch aktiviert, die das Durchsuchen großer Dokumente erheblich erleichtert. In Cäsars Kriegsbericht etwa hilft diese Funktion, das richtige Kapitel und den richtigen Absatz zu finden.

clip_image006

Sie erleichtert auch die Suche nach bestimmten Objekten im Dokument und vereint Suchen und Ersetzen.

clip_image007

Ähnlich wie Word wurde auch Excel nach außen hin nur geringfügig verändert. In den Ribbons „Einfügen“ und „Daten“ wurden zuvor große Symbole in platzsparende Schaltflächen umgewandelt.

Word, genau wie die anderen Programme aus der Suite, starten wesentlich schneller als die der Vorgängerversion. Brauchen Word und Excel 2007 auf demselben Computer 10 Sekunden, sind es in der Version 2010 nur noch 3 bis 4. Besonders auffällig ist das bei Outlook, wenn es mit

clip_image008

einem Exchange-Server verwendet wird: hier verkürzt sich die Wartezeit von fast 30 auf 5 Sekunden.

Dank Superfetch unter Windows Vista und 7 lassen sich die Startzeiten um etwa die Hälfte verkürzen. Voraussetzung ist nur, dass das Programm nach den Neustart schon einmal gestartet wurde.

PowerPoint

Eine besonders erfreuliche Neuerung sollte dem Präsentationsprogramm widerfahren, funktionierte bei mir zunächst aber nicht, da ich die 64-Bit-Version von Office installiert hatte: Das Einfügen eines Videos aus einer Internetplattform. PowerPoint bemängelte das Fehlen eines kompatiblen Plugins – und genau dieses stellt Adobe bislang nicht zur Verfügung. In der 32-Bit-Version funktionierte es, und zwar besonders einfach: den Embed-Code von der Videoplattform abkopieren und in PowerPoint unter „Einfügen“, „Video“, „Video aus Online-Videowebsite“ einfügen. Dies erlaubt auch die Verwendung von Formatierungen, wie sie etwa YouTube erlaubt.

clip_image010

clip_image012


Nach dem Einfügen zeigt PowerPoint zwar nur ein schwarzes Rechteck an, das Video wird immerhin beim Start der Präsentation (mit F5) sichtbar.

Wichtig zu wissen: das Video wird nicht gespeichert, sondern beim Start der Präsentation aus dem Internet geladen. Eine Internetverbindung ist daher erforderlich, wenn Videos aus externer Quelle eingebunden werden sollen.

Andere Nennenswerte Unterschiede zum Vorgänger finden sich nur im neu gestalteten Menü „Animation“, das Animationsstile wie Verblassen oder Verwischen nun schon beim Auswählen an der aktuellen Präsentation vorführt. So kann eine geeignete Art, wie eine neue Folie oder ein Element eingeblendet wird wählen ohne das Menü verlassen zu müssen.

clip_image014

Outlook

Bei Outlook verabschiedet sich Microsoft nun auch von den klassischen Menüs und wandelt diese in übersichtliche Ribbons um. Mit mehrfach verschachtelten Menüs ist jetzt Schluss, an die stelle treten lediglich vier Ribbon-Ansichten.

ScreenShot090 

ScreenShot091 

ScreenShot092 

ScreenShot093

Etwas versteckt sind jetzt aber die Outlook-Einstellungen wie etwa die für das E-Mail-Format, Signaturen oder die Verbindung.

Wer im Fenster “Outlook-Optionen” unter “Datei”, “Optionen” an einigen Untermenüs nicht sieht, dass man nach unten scrollen kann, hat verloren.


image

Hier sollte Microsoft an der Übersicht arbeiten oder wenigstens beim ersten Start eine kurze Einführung mit Hinweis auf den neuen Ort der Einstellungen geben.

Einen gravierenden Vorteil hat es jedoch: um Einstellungen zu ändern, muss man nun nicht jedes Mal das Menü neu öffnen: es genügt einfaches Wechseln zwischen seinen Unterpunkten, um mehrere Einstellungen auf einmal anzupassen – und zwar ohne unübersichtliche Registerkarten.

E-Mails lesen, nachverfolgen

Natürlich wurde auch die E-Mail-Ansicht überarbeitet. Die fällt jetzt besonders durch eine Funktion zum Nachverfolgen auf: auf Wunsch werden Nachrichten, die der ausgewählten vorangegangen waren, eingeblendet.

ScreenShot089Vergleichbares funktioniert auch mit Terminen, wobei hier sogar Teilnehmer aufgelistet werden.

Fazit

Mit dem geplanten Office bleibt Microsoft ihrer Linie treu, nur die Änderungen vorzunehmen, die sich bewährt haben, wie etwa die Ribbons oder die Möglichkeit, auf die Ressourcen anbieterfremde Dienste wie etwa in PowerPoint auf Internet-Videos zurückgreifen zu können.

Was hier nicht erwähnt wurde, ist ein erneuertes Konzept zum Einfügen von Inhalten (zum Beispiel mit STRG+V) : über dem neuen Objekt oder dem Text klappt ein Menü auf, mit dem das Eingefügte in seiner ursprünglichen oder der Standardformatierung des aktuellen Dokuments eingefügt werden kann. Das verhindert zum Beispiel, dass kopierte Absätze den Fließtext stören.

Wirklich große Neuerungen bleiben dieses Mal aber aus. Dass noch Funktionen hinzukommen, ist aufgrund des Beta-Status der Suite denkbar.

Für Nutzer eines Office 2003 oder älter würde sich der Umstieg (nach Fertigstellung) auf jeden Fall lohnen, für Nutzer von Office 2007 meiner Meinung nach noch nicht – es sei denn, man legt Wert auf einen sehr schnellen Programmstart und die Änderungen an Outlook und PowerPoint können sinnvoll genutzt werden.


Ein Gedanke zu “Blick auf Microsoft Office 2010 Beta

  1. I guess what I’m trying to say is, I don’t think you can measure life in terms of years. I think longevity doesn’t necessarily have anything to do with happiness. I mean happiness comes from facing challenges and going out on a limb and taking risks. If you’re not willing to take a risk for something you really care about, you might as well be dead.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.