Bing im Detail


Dass Live Search Microsofts Erwartungen nicht erfüllen würde, zeichnete sich schon Ende 2008 mit den ersten Gerüchten um Kumo, welches der Codename der neuen Suchmaschine war, ab.

Fortan ging es in den Meldungen fast immer um das verbesserte Marketing, das Microsoft für die Suchmaschine aufwenden will, eher im Hintergrund standen dabei die neuen Funktionen.

Als der Name Kumo noch ernst gemeint war, tauchten Screenshots der Suchergebnisseiten auf, die sich zunächst durch “Ähnliche Suchvorgänge” und “Verwandte Suchanfragen” auszeichneten.

Eigentlich schon ein Schritt in die richtige Richtung, doch was Microsoft nun mit Bing bekannt gibt, sprengt die alten Versprechen – und lässt Begeisterung aufkommen (unter anderem beim Apple-Mitgründer Steve Wozniak).

Einfacher suchen: “bingen” Sie doch mal

Im Vordergrund stand – was auch sonst – eine Vereinfachung der Suche. Wie schon bei Live Search hat Microsoft auch Bing eine Startseite gegeben, die dank Hintergrundbild jeden Tag anders aussehen soll. In das Hintergrundbild werden Links zu aktuellen oder interessanten Themen eingebunden und so kann man gleich mit Bing loslegen.image

Diese Funktion ist nicht neu, sondern gab es schon in Live Search. Neu ist hingegen die links eingesetzte Leiste, über die man schnell zwischen verschiedenen Suchfunktionen umschalten kann. So muss man nicht mehr wie bei fast allen derzeit aktuellen Suchmaschinen zuerst einen Suchbegriff eingeben und dann oben auf unauffällig kleine Links klicken, sondern kann das bequem per gut sichtbarer Schaltfläche tun.

Was Google seit wenigen Wochen hat, fehlte dem Konkurrenten noch. Bing bekommt eine Funktion, die automatisch Vorschläge zu den eingetippten Suchanfragen bringen soll.

Das was eigentlich schon immer versprochen wurde, wird auch dieses Mal wieder erwähnt: die besten Suchergebnisse sollen weit oben stehen, damit man sich unnötige Klicks spart. Darin sollen künftig aber auch Telefonnummern etwa von Händlern stehen.

image Jetzt kommt ein Killerfeature: Damit man nach dem Öffnen einer schlechten Ergebnisseite nicht wieder zurück zur Suchmaschine muss, gibt es jetzt eine Vorschaufunktion, die sich bequem dadurch aktivieren lässt, indem man mit dem Mauszeiger über ein Suchergebnis fährt.

Die Sofortsuche liefert etwa nach der Eingabe von Nummern Informationen über Flüge oder auch Paketsendungen – wenn sie bekannt sind.

Organisierte Suche

Über die bereits erwähnte Leiste am linken Rand kann man schnell imagezwischen verschiedenen Suchanfragen umschalten (etwa Websites, Bilder oder Videos) oder sich Vorschläge geben lassen. Je nach Suchanfrage wird diese Leiste sogar angepasst – siehe rechts: Die Anfrage nach einem Ort kann den Suchenden auf das Wetter, Hotels, Restaurants Landkarten und Weiteres verweisen.

Zu den verschiedenen Suchkategorien von Bing  gehören Websites, Bilder, Videos, Landkarten, Nachrichten, verwandte Suchanfragen.

Aus Live mach Bing – Alte Dienste unter neuem Namen

Der Kartendienst, der anfangs noch mit Unkenntnis von deutschen imageStädtenamen glänzte, entwickelte sich in den letzten Monaten rasant zu einem brauchbaren Kartendienst mit Routenplaner und war für mich schon des Öfteren die bessere Alternative zu Google Maps. Live Maps lieferte zum Beispiel detaillierte Routen mit Abbiegeanweisungen und Straßennamen – was eben sinnvoll für eine Routenplanung ist.

Ob Microsoft aber jetzt das komplette Windows Live-Angebot zu Bing überführen wird, ist unklar, zumal das einen erheblichen Aufwand in Werbung und besonders in Umgewöhnung der Benutzer bedeuten würde. Gerade Anwendungen wie “Windows Live Messenger” haben sich unter dem Dach von Live einen Namen gemacht. Schon die Umbenennung von “MSN Messenger” war schwer genug und ist bei einigen Nutzern bis heute nicht angekommen. Die Prognose lautet also: Nein. Microsoft wird nicht das komplette Live-Angebot unter “Bing” zusammenfassen – jedenfalls jetzt nicht.


Andere Bing-Dienste

Bing soll nicht nur einfach eine Suchmaschine sein, sondern den Alltag vereinfachen. Die folgenden Features wurden bereits angekündigt:

“Shopping”: Produke, Bewertungen und komplette Berichte sind mit “Shopping” zu finden. Wer sucht, soll mit wenig Aufwand herausfinden, ob ein Produkt für ihn interessant ist.

Reisen (“Travel”): Bing durchsucht Datensätze mit Flug- und Hoteldaten einschließlich der Preise, um die Reiseplanung zu vereinfachen. Um Bewertungen der Hotels zu bekommen, könnte eine zweite Suchanfrage erforderlich werden (Anm. d. Red.).

“Local”: Bing orientiert sich am Standort des Suchenden, um passende Informationen über nahe imagegelegene Hotels anzeigen zu können. Etwas Ähnliches hat Google schon im April angekündigt.

Gesundheit (“Health”): Bing soll Informationen zur Gesundheit aus neu vertraulichen Quellen liefern – es wird darauf hingewiesen, dass dies keine ausgebildete Fachkraft ersetzt.

Zweites Fazit

Bing kann es schaffen – wenn Microsoft alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen hat, seine überzeugten Windows Live-Nutzer mitzunehmen, haben sie ein festes Fundament an Bestandsnutzern.

Jedoch darf man nicht vergessen: ähnlich wie Microsoft mit Bing Suchvorschläge, Kartendienste und ortsnahe Suchen verspricht, kann der größte Konkurrent Google vorgehen – und tut es auch.

Microsofts Ankündigungen haben den Druck auf Google erhöht. Sobald Google nachziehen kann – und die ersten Ankündigungen zur Erweiterung des Angebots kommen sicherlich schon nächste Woche – wird der Konkurrenzdruck wieder steigen.

Der neue Name, wenngleich Kumo auch nicht schlecht war, dürfte Microsoft sicherlich bei der ernsthaften Wiederaufnahme im Kampf um den guten Platz im Suchmaschinengeschäft unterstützen.

Mit Bing zeigt sich Microsoft von einer komplett anderen Seite. Live Search war typisch Microsoft, Online-Dienste und Desktop-Programme aus dem Angebot wurden sogar in einem einheitlichen Design gehalten.

Bing hingegen ist im Moment fast nicht als Microsoft-Produkt zu erkennen – es sieht besser aus als Live Search und sogar besser als Google – was nach dieser Erkenntnis ein entscheidender Vorteil sein dürfte 😉


Zune HD in Aktion

Bei Gizmodo erschien heute dieses Video mit einer kleinen Vorführung des im Herbst erscheinenden (nur in den USA) Zune.


Jetzt kann man schon wesentlich besser einschätzen, wie die Bedienung des einst mit sieben Tasten, dann mit Touchpad bedienten Players funktionieren soll – und ganz nebenbei kann man die Größe besser abschätzen. Für mich als Besitzer eines Zune der ersten Generation wirkt der Zune HD richtig klein.

In der Zwischenzeit wurden übrigens weitere technische Details bekannt:

  • OLED-Touch-Display mit einer Diagonalen von 3,3 Zoll
  • Seitenverhältnis: 16:9
  • Auflösung: 480×272 Pixel (HD-Signale werden über ein Dock ausgegeben)
  • HD-Radio (entspricht digitalem Radio in Europa)
  • WLAN für die Synchronisation und zum herunterladen von Titeln
  • Webbrowser, der auf Internet Explorer basiert und natürlich das eingebaute WLAN nutzt
  • Virtuelle Tastatur

Auch bei dieser Variante hat man nicht vergessen, eine kleine Notiz auf dem Player zurückzulassen: “Hello From Seattle” ist auch dieses mal wieder zu finden.