Opera fordert: Alternativbrowser per Windows Update


Opera Software ASA fordert automatische Zwangseinbindung des Drittanbieterbrowsers in Windows

Es ist nicht das erste Mal, dass der Hersteller des Browsers “Opera” Microsoft über den Rechtsweg zwingen will, den Fremdbrowser in das Betriebssystem Windows zu integrieren. Ging die Diskussion zunächst nur um einen Auswahldialog nach jeder Benutzeranmeldung, gehen die Forderungen jetzt noch weiter in eine völlig verquerte Richtung – der eine ebenso völlig verquerte Meinung zugrunde liegt.

Doch von Anfang an:

image Die Browserhersteller Mozilla und Opera forderten gestern von Microsoft, die beiden Alternativbrowser per Windows Update in bestehenden Windows-Installationen einzuschleusen und den Standardbrowser auf diesen PCs zu ändern. Beide Unternehmen unterstützen Ermittlungen durch die EU gegen Microsoft. Der Konzern wurde im Januar für “schuldig” befunden, Internet Explorer durch die Bündelung mit Windows vom Wettbewerb fern zuhalten – wieder einmal.

Mozilla und Opera im Bunde

Microsoft würde Windows Update dazu benutzen, Internet Explorer  auf Computer zu schleusen und so ihre Monopolstellung ausnutzen, den Browser zu verbreiten. Ähnliches gelte für ähnliche Produkte, so der Mozilla-Vorsitzende Mitchell Baker (der übrigens nicht weiter befragt werden konnte, da “abwesend”).

Die von Baker beschriebene Methode wurde von Apple letztes Jahr genutzt, um per Update für den Mediaplayer “QuickTime” den hauseigenen Browser “Safari” heimlich zu installieren.

Ähnliches ließ auch Hakon Wium Lie (Opera Software ASA) verlauten. Beide Unternehmen seien sich einig, dass Microsoft durch die Bündelung mit Windows einen Vorteil erlangt hat.

Baker und Lie stoßen sich an den “Expresseinstellungen”, die nach der erfolgreichen Installation von Internet Explorer angezeigt werden und den Browser als Standardprogramm zum Anzeigen von Websites festlegen. Das trifft auch dann zu, wenn ein Konkurrenzprogramm zuvor das Standardprogramm war.

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Streitobjekt Internet Explorer

Microsoft verteidigt dieses Vorgehen: Die Benutzer haben weiterhin alle Einstellungsmöglichkeiten, können aber einen Einblick in den Browser gewinnen, ohne etwas umzustellen. Die Option, Internet Explorer als Standardbrowser werden nur einmal eingeblendet, wenn ein anderer Browser als Standard festgelegt ist. Im vorher genannten Blogbeitrag soll ein veränderter Screenshot verwendet worden sein, der den Punkt “Standardbrowser: Internet Explorer” an siebter Stelle zeigt.


Das Kleingedruckte

Lie konterte, die Expresseinstellungen würden nicht anzeigen, dass Internet Explorer dadurch zum Standardbrowser gemacht werde. Dies werde erst ersichtlich, wenn man das “Kleingedruckte” lese. Die Expresseinstellungen seien eine Einstellung, die nur Microsoft diene.

Alternativ dazu kann man auch die benutzerdefinierten Einstellungen wählen. In diesen kann der Benutzer dann wählen, ob er Internet Explorer als Standardbrowser festlegen will oder eben nicht.

Die Wettbewerbsaufsicht der EU ermittelte im Dezember 2007 auf Drängen von Opera gegen Microsoft. Opera warf Microsoft vor, “dem Internet zu schaden” und verlangte eine Entbündelung des Browsers von Windows sowie die Einhaltung von Webstandards.


Seit Januar sind der neuen Klage gegen Microsoft mehrere Rivalen beigetreten, darunter neben dem Hauptkläger Opera auch Mozilla und Google (mit Chrome, dem Browser der noch keine Geschichte hinter sich hat), die als Nebenkläger auftreten.

Die EU hat noch keine Urteile verkündet. Dennoch scheint die Forderung nach Wahlmöglichkeiten für alternative Browser, eine Zwangsentbündelung oder die Deaktivierung des Internet Explorers nicht ausgeschlossen.

Und Opera verlangt…

Opera verlangt auch weiterhin von der Aufsicht, Microsoft zu einem Wahldialog für alternative Browser oder der Verteilung der Alternativen per Windows Update zu zwingen.

Ginge es nach Lie, würde Windows Update die Fremdbrowser als optionale Updates anbieten. Besser noch wäre, alle Browser schon im Voraus zu laden und sofort anbieten zu können.

Lie bestätigte, diesen Vorschlag der Wettbewerbsaufsicht der EU eingereicht zu haben.

Microsoft wird Gelegenheit gegeben, zu den alten Vorwürfen Stellung zu nehmen. Es gibt schon jetzt ein mehrseitiges Dokument, in dem man sich verteidigt.


3 Gedanken zu „Opera fordert: Alternativbrowser per Windows Update

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