StudiVZ: Plagiatsvorwurf

FacebookDas soziale Internetnetzwerk Facebook hat dessen deutschen Ableger StudiVZ verklagt. Das US-Original wirft StudiVZ vor, geistiges Eigentum in Form von Logo, Service und Funktion geklaut zu haben. So seien Funktionen, wie das Anstubsen (Poke – Gruscheln) und der Pinnwand (Wall) eins zu eins kopiert worden, ebenso das Design. Der einzige Unterschied: Facebook ist blau, StudiVZ rot.

Laut Facebook soll StudiVZ illegal Zugriff auf dessen Servern gehabt haben und sich Daten u.a. in Form von Quellcode besorgt haben. Diese Vorwürfe seien, so ein StudiVZ-Sprecher, haltlos. Facebook verklagt StudiVZ auf Unterlassung.

Von Seiten des Vorsitzenden der Kölner Wettbewerbskammer, Richter Heinz Georg Schwitanski, hieß es, die Prozessbeteiligten sollen sich außergerichtlich auf die Beauftragung eines Gutachtes einigen. Dieser solle prüfen, was alles im Quellcode der Kontrahenten kopiert wurde. Kommt es zu keiner Einigung, wird das Gericht Mitte Juni eine Entscheidung fällen.

Facebook hatte bereits 2008 in Kalifornien gegen StudiVZ geklagt. Auch hier hieß der Vorwurf: alles kopiert.

Im Hauptquartier von Facebook in Palo Alto weiß man davon schon seit Jahren. Grund für die jetzige Klage könnte sein, dass sich der US-Gigant zu lange nicht für die ausländische Konkurrenz interessiert hat. Erst als Facebook den Sprung über den Teich wagen wollte, wurde festgestellt, dass kein Fuß mehr zu fassen ist. Bis zum Frühjahr 2008 war keine deutsche oder anderssprachige Version von Facebook verfügbar. Facebook hatte mit seiner Entscheidung, den europäischen Markt zu erobern 4 Jahre gewartet; im Internet eine viel zu lange Zeit.

Ein ähnlicher Fall zeigt sich mit Ebay. In Deutschland hatte sich seit 1999 das Auktionshaus Alando.de breit gemacht. Als Ebay in den deutschen Markt expandieren wollte, war dieser bereits belegt. Gleiches Phänomen zeigt sich bei E-Mail-Anbietern wie Hotmail. Kaum ein Benutzer hierzulande hat ein Hotmail-Konto. GMX und web.de heißen die Pendants dazu. Das amerikanische Businness-Portal LinkedIn muss mit Xing konkurrieren. Deutsche Kopien hatten bisher immer bessere Chancen, als ihre Originale.

Somit bleibt Facebook vermutlich nur eine Möglichkeit, nämlich die Strategie, die Ebay bei Alando.de angewandt hat: kurzerhand aufkaufen. Die Klagen könnten nur dazu dienen, den Preis zu drücken.

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