Doppelte Supportarbeit durch virtuelles Windows XP in Windows 7?


Nach Microsofts Ankündigung, für die höheren Ausgaben von Windows 7 ein Add-On namens “Windows XP Mode” bereitzustellen, über das auch ältere Programme ausführbar sein sollen, befürchten Analysten, dass sich der Konzern selbst und seinen Partnern nun mehr Arbeit beschert.


Das mit dem Add-On mitgelieferte Windows XP ist ein vollwertiges Betriebssystem, das in einer virtuellen Maschine läuft. Es ist genauso gut verwendbar wie das eigentliche Hostsystem mit Windows 7.

Microsoft hat am Anfang des Monats den Extended Support für Windows XP eingeläutet und versorgt das populärste Betriebssystem seit zwei Wochen nur noch mit Sicherheitsupdates.

Das Hinzufügen des virtuellen Windows XP ist wahrscheinlich einer der sowohl taktisch als auch technisch wertvollsten Schritte, Windows 7 für Firmenkunden interessant zu machen. Viele in Firmen eingesetzte Programme sind technisch veraltet und nicht bereit für neue Plattformen. Updates sind immer noch günstiger als komplette Upgrades, außerdem würde das alle paar Jahre eine mehr oder weniger große Umstellung für diejenigen bedeuten, die mit diesen Programmen arbeiten müssen.


Dennoch, eben weil das virtuelle Windows XP ein vollwertiges Betriebssystem ist und eben genau deshalb bestens für das Betreiben älterer Programme unter Windows 7 geeignet ist, muss jenes Gastbetriebssystem genauso unterstützt werden wie das Hostsystem.

Windows XP muss also…

  • durch eine Firewall geschützt werden
  • durch ein Antivirusprogramm geschützt werden
  • mit Updates versorgt werden
  • getrennt vom echten Windows 7 verwaltet werden

Einige Nutzer mögen sich in trügerischer Sicherheit schätzen, obwohl der Support für XP 2014 ausläuft – ab dann stellt dieses Betriebssystem ein Risiko dar.

Hinzu kommen solche Fragen wie:

  • Müssen Firmen Antivirenprogramme doppelt lizenzieren (da doppelt vorhanden)?
  • Wie müssen Firmen die verwendete Unternehmenssoftware (etwa ERP) lizenzieren?
  • Wie sollen Benutzerkonten und –einstellungen für die virtuellen Maschinen verwaltet werden?

Es ist denkbar, dass diese Kompatibilitätslösung in den EDV-Abteilungen imagedieser Welt weitaus mehr Arbeit verursachen wird, als das bisher der Fall war. Hinzu kommt ja noch, dass man zur Installation von Software auf Firmencomputern die immer gleichen Routinen verwenden kann – was mit “Windows XP Mode” nicht mehr möglich wäre. Eventuell bereitet auch das Herstellen einer fertigen virtuellen Maschine, die in Kopie von allen anderen genutzt wird, Probleme. Die Lizenz dürfte an ihren Host gekoppelt sein.

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