Nur so ein Gerücht: Android auf dem Netbook


Gestern erschienen bei mehreren Nachrichtenseiten, darunter Heise und Computerworld, Meldungen, laut denen einige Hersteller, darunter auch HP, ihre kommenden Notebooks angeblich mit Googles Smartphone-Betriebssystem Android ausrüsten wollen. Fast-Namensvetter Dan Ackerman deckt Gründe auf, weshalb das wahrscheinlich nicht gehen wird.

Die Netbooks der ersten Generation liefen mit einem angepassten Linux, weil es einerseits auf die schwache Rechenleistung, die geringe Kapazität des Arbeitsspeichers und der Festspeichermedien (oft Flash-Speicher, jetzt häufiger echte Festplatten) angepasst werden musste. Andererseits mussten die Bedienoberflächen auf dem extrem kleinen Bildschirm gut darstellbar sein.


Kurz nach den “Experimenten” mit den modifizierten Linux-Varianten entschied man sich doch, Windows XP auf Netbooks einzusetzen. Die Entwicklung der Kleingeräte war schließlich in vollem Gange und innerhalb weniger Monate war ihre Leistung gut genug für ein vollwertiges Windows- oder Linux-Betriebssystem, das nicht zurechtgestutzt werden musste.

Android ist als Smartpfhone-Betriebssystem bestens für die Darstellung auf kleinen Bildschirmen geeignet. Für die Arbeit auf schwachen Plattformen offensichtlich weniger, was sich in vielen Fällen an der geringen Akkulaufzeit des G1 äußert (aber das ist eine andere Sache).

Besonders erschwerend allerdings: Android ist weder ein x86-kompatibles Betriebssystem, noch ist es in seiner Bedienung in irgendeiner Weise mit den stark verbreiteten Betriebssystemen vergleichbar. Unter einem vollwertigen Windows oder Linux beispielsweise lässt sich zusätzliche gewünschte Software einfach nachinstallieren. Bei den Geräten mit modifiziertem Linux ist das schon schwieriger. Genauso müssen die gewünschten Anwendungen zuerst einmal für die neue Plattform verfügbar sein. Auch hier stehen Linux und Windows wieder im Vorteil, selbst für das iPhone OS gibt es inzwischen zahlreiche beliebte Anwendungen, nur für Android noch nicht. Android ist noch nicht alt genug, als dass es dafür ein interessantes Angebot gäbe.


Ganz andere und wesentlich größere Probleme könnten auch mit der Hardware zusammenhängen. Während Android derzeit auf nur einem einzigen Smartphone – nämlich dem G1 – läuft, funktionieren Linux und Windows auf fast allen x86-Plattformen. Bei Android sind ferner Probleme wegen fehlender Treiber, etwa für WLAN- oder Bluetooth-Adapter, absehbar, was die Vorfreude auf Android auf dem Netbook im Moment noch trüben dürfte.


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