Internetzensur: Whitelist für offenes WLAN


Christine Albanel, Kultusministerin Frankreichs, fordert eine sogenannte Whitelist für öffentliche WLAN-Hotspots in Frankreich. Benutzer dieser Hotspots sollen nur noch staatlich genehmigte Websites aufrufen können.


Bis jetzt ist eigentlich noch gar nichts klar: Für welche Hotspots (öffentliche oder private) soll die Pflicht zur weißen Liste gelten? Was sind die Filterkriterien? Was, wenn Seiten zu Unrecht blockiert werden?

Sollte ihr Vorschlag, die Straßenproteste ignorierend, tatsächlich angenommen werden, hätten die Sicherheitsbehörden oder wie man sie nenne will viel zu tun: Whitelists sind Erlaubnislisten – es dürften viel mehr Websites bekannt sein, deren Inhalt nicht verboten oder zweifelhaft ist als solche, die etwa Urheberrechte verletzten oder fraglichen Inhalt anbieten.

Während der Wahn nach Internetzensur in Australien nun endgültig ein Ende gefunden hat und vielleicht auch bald in Deutschland abklingt, scheint man in Frankreich gerade damit anzufangen. Wie auch bei uns werden völlig unüberlegt Vorschläge unter dem Deckmantel der Verbesserung der Sicherheit gemacht, die in Wirklichkeit bestens dazu geeignet sind, Zugriffe potenzieller Terroristen zu protokollieren oder einfach nur gewaltig in der Umsetzung sind.


Je nachdem, für wen die WLAN-Whitelist-Pflicht später gelten soll, falls sie überhaupt umgesetzt werden wird, wird das ein Rückschlag für das in Städten so beliebte freie WLAN – Betreiber müssen die Whitelist irgendwie einpflegen oder stellen einfach den Betrieb ein – abhängig davon, was rentabler ist.